Somebody That We Really Used To Know

Ja wie heißt der Mann denn nun? Gotyiie oder Gotyé? Egal, denn „Somebody That I Used To Know“ agierte so fleißig im Auftrag von Freud und Leid, dass er letzlich zu einem „Everybody“ entwuchs. Sein „Ausnahme“-Lied transferierte zur Entlosschleife und zum Coverschwall, er selbst wurde von einem Indie-Diamanten zum Massengedöns.

Da stellt sich die Frage, ob sich Gotye das wirklich so gewünscht haben mag, denn was nach dem Hitrausch meist nur folgen kann, ist das Zertifikat One-Hit-Wonder oder aber der Major-Label-Fleischwolf – im schlimmsten Fall sogar beides.

Während der Singer/Songwriter aber zunächst einmal auf der Erfolgswelle surfen darf, ist es mir ein Bedürfnis, mehr von der Frau im Hintergrund zu hören: Kimbra.

Die Featuring-Acts ernten ja häufig die wenigste Aufmerksamkeit, es sei denn sie arbeiten mit David Guetta zusammen, doch da dies – zum Glück – hier nicht der Fall ist, heißt es nun Gotyé oder Gotyiie in allen Sprachen, Akzenten und Dialekten. Die zarte Duettpartnerin kann hingegen weitaus mehr als nur Schattenspiele. Im richtigen Leben ist sie nämlich eine richtige Sängerin, ja eine richtig gute sogar. In ihrer Heimat Neuseeland erreichte sie mit ihrem Album „Vows“ sogar den dritten Platz der Charts und lässt mit ihrer Musik an eine gelungene Mischung aus Leslie Feist und Björk denken. Das klingt spannend, das klingt gut. Doch mal abgesehen von ihren eigenen Kompositionen, zeigte sie vor allem bei einem Radio-Auftritt was an musikalischem Können in ihr lodert. Mit einem Mash-up aus „Two Weeks“ von Grizzly Bear und „Head Over Heels“ von Tears For Fears geht sie für mich als Gewinnerin aus der ganzen Gotye-Sache heraus und ist der eigentliche „Somebody That We Used To Know“.

 

Hört selbst.

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